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Ferien auf der Masseria Wer in das südliche Herz Apuliens vorstösst, trifft unweigerlich auf alte befestigte Gutshöfe. Man nennt ein solches Gehöft Masseria. Sie sind zur touristischen Visitenkarte einer Region, besonders des Salentos geworden. Noch vor wenigen Jahren fristeten diese Masserien auf karstigen Höhen oder Ebenen, zwischen Reben und Olivenbäumen ihr Dasein als Ruinen. Nun werden diese Bauten (oft mit Hilfe von EU- Geldern) einer neuen, meist touristischen Nutzung zugeführt.Das ändert nichts an der Tatsache, dass gerade die unbenutzten Gebäudekomplexe der Landschaft einen ungemeinen Charme verleihen. Den geschichtlichen Ursprung der Masearia schildert Michael Machatschek in seinem Handbuch Apulien (Michael Müller Verlag): Der apulische Gutshof repräsentiert die herrschaftliche Variante der ländlichen Architektur. Die grossen Besitzungen waren jahrhundertelang in den Händen des Adels, es herrschte die "Mezzadria", ein strenges feudalistisches Erbpachtsystem. Auch im 17., 18. und 19. Jh., als die meisten Gutshöfe errichtet wurden, war die Landwirtschaft immer noch an den Grossgrundsitz gebunden. Eine apulische Massaria verwaltete zumeist ein riesiges Territorium (200 ha und mehr), auf dem Ackerbau und Viehzucht betrieben wurden. Je nach Lage war die Masseria auch das Zentrum grosser Gemüse-, Obst-, Oliven- und Weinplantagen. Der "Patrone" eines solchen Guts befehligte ein ganzes Heer Von "Contadini" (Landarbeiter) und Braccianti (Tagelöhner). Der Gebäudekomplex einer apulischen Masseria besteht aus einem vornehmen Wohnbereich, dem Haupthaus, und zahlreichen bescheidenen Nebengebäuden für das Gesinde, das Vieh und die Gerätschaften. Ausserdem gibt es die verschiedensten Einrichtungen und Anlagen für die Verarbeitung und Lagerung der landwirtschaftlichen Erzeugnisse. Je nach Entstehungszeit befestigte man die Gutshöfe aus Furcht vor Piraten oder Briganten mit Wehrtürmen, Schiessscharten und ähnlichen Verteidigungseinrichtungen. Wie kleine Kastelle waren einigen Masserie ausgestattet, bereit, jedem Feind zu trotzen.
Rund um San Pietro stehen finden wir
eine Menge von Masserie. Auf meinem April- Streifzug das eindrückliche
Hinterland kam mir unweigerlich ein Zitat aus einer Ausgabe der bekannten
Zeitschrift Geo in den Sinn:
Wer diese Qualität Apuliens entdeckt hat, den zieht es aufs Land. Oder Emanuel
sagte mir unlängst.
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Kuno Blaser: Mail: red.blas@ggs.ch
bei Italien-Aufenthalt des Organisators: 0039 388 895 19 81
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