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Castel del Monte Die Krone Apuliens - auf der Unesco-Liste des Welterbes
Sein streng geometrischer und
symmetrischer Baukörper wirkt kristallen:
Eine Burg wie keine andere. Nur: zu welchem Zweck? Mit ungeschützten Eingängen, ohne Wall und Graben sicher keine Festung. Keine Vorkehrungen zur flankierenden Bekämpfung von Angreifern, keine Pechnasen, kein Wehrgang, keine Schiessscharten. Wendeltreppen zum Obergeschoss drehen nach links statt nach rechts - ein Bonus für Eindringlinge, die so ungehindert das Schwert ziehen können. Friedrich war seit 1220 auch römisch-deutscher Kaiser und nach seinem Kreuzzug 1228/29 selbst gekrönter König von Jerusalem. Eine künftige königlich-kaiserliche Residenz also? Wohl kaum. Dazu war die Burg zu klein und auch bei vorauszusetzender üppigster Ausstattung zu spartanisch. Ein Jagd- und Lustschloss? Schon eher. Einem König, der kundig über die Jagd mit Greifvögeln geschrieben hatte, musste die unverstellte Sicht von Castel del Monte aus ideal für die Falkenjagd erscheinen.
Aufwendige Restaurierungen
ermöglichten 1996 seine Aufnahme unter die Weltkulturgüter. Das
denkmalpflegerische Gutachten zuhanden des Welterbekomitees rügte ein geplantes
mehrgeschossiges Parkhaus in unmittelbarer Nähe der Burg sowie ein dort bereits
stehendes Gasthaus. Gewirtet wird da noch immer, aber der Parkplatz liegt jetzt
weit ab. Eine dritte Forderung der Gutachter war unzeitgemäss und daher
chancenlos: Kahlschlag des Nadelwaldes auf dem Burghügel. Auf diesem wuchsen zu
Friedrichs Zeiten weder Baum noch Strauch. Letztere Bemerkungen zeigen: Castel del Monte ist kein Rummelplatz für gelangweilte Touristen. Es bleibt ein Tagesausflug ab unseren Häusern mit kulturellem Hintergrund. Empfehlenswert ist der Ausflug ausserhalb der Saison. An Ostern beispielsweise stehen die Autocars aus den nördlichen Metropolen Schlange und bei den schmalen Eingangsportalen muss man zwar nicht wie früher das Schwert, aber schon mal die Ellbogen einsetzen, um ins innere des Achtecks zu gelangen...
(Fotos Harry Blaser) |
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Kuno Blaser: Mail: red.blas@ggs.ch
Bei Italien-Aufenthalt des Organisators: 0039 388 895 19 81
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