Gourmendtempel:
Restaurierte Masserien
Ein Wahrzeichen Apuliens
sind die Masserien, burgenähnliche ehemalige Gutsbetriebe, die durch mächtiges
Gemäuer sich vor Eindringlingen, Dieben und Gesindel schützten.
Heute werden sie vermehrt zu kulturellen Zentren
vor Ort. Die (mit EU- Hilfe) restaurierten Masserien rund um Manduria entwickeln
sich zu beliebten Gourmandtempel.
Man ist sehr bemüht, dem Besucher einen Einblick in das ursprüngliche Leben der
Gutshöfe zu geben. Alles wird unter offensichtlich kundiger Begleitung stilvoll
renoviert und restauriert.
Die Finanzierung und den Erhalt muss dann ein gut
funktionierender Gastronomiebetrieb sicherstellen. Das funktioniert nicht immer,
weil einheimische Gastronomen (meist als Familienbetrieb auftretend)
schlichtweg mit
dem Touristenansturm in der Saison überfordert sind. Eine "Matrimonio"
(Hochzeit) organisieren, dazu ist man aus Tradition im Stande. Da kommen auch auf einmal
Hundertschaften von Gästen. Nur, langfristig kann man alles vorbereiten, und das haut
dann hin. Aber Abend für Abend unterschiedlichste Wünsche von Auswärtigen
erfüllen, da hapert es oft bedenklich.
In einer Masseria wurde ich Zeuge, wie
eine französisches Ehepaar zwei Stunden auf das Lammkotelett warten musste...
Masseria Li Suri

Ein prächtiges Beispiel
einer gigantischen und eindrucksvollen Renovation ist die Masseria Li Suri
(liegt auf dem Weg von San Pietro nach Maruggio).
Ein riesiger, neu erstellter "Triumpfbogen" bildet die Eingangskulisse zu einem
eindrucksvollen Park mit Wasserkanälen. Das Interieur übersteigt alle
Erwartungen:
Ein kleines Versailles vor San Pietro in Bevagna! vor 200 Jahren sollen hier
übrigens über 200 Bedienstete gearbeitet haben.
Der Gutsherr tätigte seine Einkäufe mit Kutsche im 30 Kilometer entfernten
Taranto. Ein Stück Kultur- und bäuerliche Lebensgeschichte bleibt mit diesem Bau
erhalten.
Wo heute gut betuchte Gäste essen, presste und lagerte man früher das Olivenöl,
das Gold Apuliens...
Bilderbogen Masseria Li
Suri


